From Paris with Love

Wir treffen Diana Dietrich in Paris zum Interview. Das Model, das zusammen mit ihrem Mann Emmanuel die neue Rosenthal-Möbelkollektion entworfen hat, erzählt uns von ihrem Leben in der französischen Hauptstadt.

Diana Dietrich

Rosenthal-Model, Designerin, Expat.

"Ich bin 1997 zum Modeln nach Paris gekommen und geblieben, schnell sitzt man dann aber wieder im Flugzeug, irgendwohin zu einem Shooting. Durch die Locations, die Wohnungen und deren Möbel bin ich auf die Idee gekommen, mich auch mit Interior-Design zu beschäftigen."

Interview

QVEST: Frau Dietrich, warum ist Paris Teil Ihres Lebens?
Diana Dietrich: Ich mag Großstädte, die vielen Menschen, die Inspiration, das Angebot, die Anonymität; ich finde es einengend, wenn man an einem Ort lebt, an dem man die Hälfte der Leute kennt – das mag für andere beruhigend sein.

Wann waren Sie das erste Mal in Paris?
Auf der Rückfahrt von einem Schüleraustausch aus der Normandie. Da wir in Paris eine lange Zeit zum Umsteigen hatten, führte uns unsere Lehrerin ein bisschen herum. Obwohl der Boulevard Saint-Denis damals bei weitem nicht so chic war wie heute, haben mich dort die Atmosphäre, die Wärme, die alten Steine und das lässige, leicht nachlässige Lebensgefühl stark beeindruckt – vor allem, dass es offenbar ja auch so geht. In diesen wenigen Stunden hat es bei mir in puncto Paris bereits ‚Klick’ gemacht. Das kennt man vom schönen aufgeräumten Deutschland ja nicht so. Und in Paris merkt man den Unterschied schon am Gang der Leute. 

Wie hat es denn bei Design und Einrichtung ‚Klick’ gemacht?
Als ich einmal für einen Dior-Job im Studio von John Galliano gewartet habe, stand da der ‚La Chaise‘ von Charles und Ray Eames, den ich auf Anhieb sehr mochte. Man kann sich ja an beide Enden setzen, auch wenn man es optisch nicht für möglich hält. Immer noch einer meiner Design-Lieblingsstücke*. Sehr schön finde ich auch die Proportionen und Materialien von Charlotte Perriand, oder die Formen bei Marcel Breuer in dieser Klarheit, auch dessen Architektur. Man ist ja oft mit den Kopien groß geworden, und wenn man dann vor einem Original steht, eröffnet sich erst einmal die Perfektion dieser Möbel.

Seit wann leben Sie in Paris? 
Ich bin 1997 zum Modeln nach Paris gekommen und geblieben, schnell sitzt man dann aber wieder im Flugzeug, irgendwohin zu einem Shooting. Durch die Locations, die Wohnungen und deren Möbel bin ich auf die Idee gekommen, mich auch mit Interior-Design zu beschäftigen. 

Ist das Modelleben in Paris denn so, wie man es sich vorstellt – von der Party direkt aufs Shooting und wieder zur Party? 
Wenn man das möchte, kann man das vermutlich tun, ich war dazu zu müde. In Paris kann man selbstverständlich jeden Tag ausgehen. 

Welches ist Ihr Lieblingsblick auf den Eiffelturm?
Ist nicht originell, aber es bleibt beim Place de Trocadéro, besser geht’s einfach nicht, trotz der Touristen. Und den besten Blick auf Paris hat man natürlich vom Eiffelturm - am besten aus dem Restaurant Jules Vernes - eine besondere Erfahrung! 

Was ist für Sie das Beeindruckendste an Paris?
Außer konkreten Orten: das Licht. Paris ist die Stadt der Lichter. Wann immer ich Besuch bekomme, sage ich ihnen, sie sollen den Reiseführer erst einmal stecken lassen, losgehen und sich in den Straßen und Gassen im Marais oder Saint-Germain verlieren. Abends werden sie dann erleben, wie in Paris die Lichter angehen. Man kann sich außerdem überall einfach in ein Café setzen (neben mindestens zwei Apotheken) und den Tag genießen, was etwa in New York oder London nicht so funktioniert. 

Apropos, wo kann man in Paris optimal flirten?
Man braucht sich nur für zwei Minuten in einem Café niederlassen und kann sicher sein, dass sich jemand nähert. Das ist aber in den meisten Fällen angenehm. Aber grundsätzlich findet in Paris immer dieses kleine Spiel statt, und es ist als solches legitimiert. Alles ist ein Spiel. Man muss die Regeln beherrschen, man hat auch nicht unbedingt immer Lust darauf, aber es läuft immer. 

Was erinnert Sie an Paris, wenn Sie in der Weltgeschichte unterwegs sind?
Gut gereifter Käse! Den findet man fast nirgends, offenbar bekommen das nur die Franzosen hin. Und natürlich die Patisserien, beides Weltklasse. 

Diana Dietrichs Lieblingsstücke im QVEST Shop:

"Als ich einmal für einen Dior-Job im Studio von John Galliano gewartet habe, stand da der ‚La Chaise‘ von Charles und Ray Eames, den ich auf Anhieb sehr mochte. Man kann sich ja an beide Enden setzen, auch wenn man es optisch nicht für möglich hält."

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